33 niederbayerischen Seniorenheimen können wegen Mangel an Pflegekräften niemanden mehr aufnehmen
Ruth Mueller besuchte rund 30 Seniorenheime in den letzten zwei Jahren und hat so einen guten Eindruck über die Situation der Pflege bekommen (Foto: SPD Landshut)Ruth Mueller besuchte rund 30 Seniorenheime in den letzten zwei Jahren und hat so einen guten Eindruck über die Situation der Pflege bekommen (Foto: SPD Landshut)
In einer Schriftlichen Anfrage wollte die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller von der Staatsregierung wissen, wie viele Seniorenheime derzeit einen Aufnahmestopp wegen fehlendem Personal haben. Wie die Staatsregierung nun mitteilt, sind es niederbayernweit 33. Fünf in Stadt und Landkreis Landshut, vier in der Stadt Straubing und im Landkreis Straubing-Bogen, fünf im Landkreis Deggendorf, sechs im Landkreis Kelheim, vier im Landkreis Regen und gar neun im Landkreis Rottal-Inn. Schon heute gibt es kaum Vorschläge und Lösungen dazu, wie der akute Bedarf an Pflegepersonal gedeckt werden könnte.
Doch wenn die vorhandenen Pflegeplätze nicht besetzt werden können, weil das Personal fehlt läuft etwas ganz und gar schief“, so Müller. Hinzu komme, dass in Niederbayern derzeit 73 Seniorenheime keine Bewohner mehr aufnehmen können, weil sie voll belegt sind“ so Müller weiter.
„In Niederbayern haben sich die Pflegeplätze zwar seit 2007 von 8.982 auf 13.596 im Jahr 2015 erhöht. 2011 gab es aber bereits 175 Pflegeheime mit 13.572 Plätzen, so dass man feststellen muss, die letzten Jahre stagnierte der Ausbau der stationären Pflege“, so Müller. Dabei sei ein attraktives Pflegeangebote auch ein wichtiger Standortfaktor für Arbeitgeber. Mit dem weiteren demografischen Wandel werden die Herausforderungen nochmals zunehmen.
„Die bayerische Staatsregierung will nun pro Jahr 470 Millionen Euro in die Pflege investieren, darin enthalten sind 60 Millionen Euro Investitionsförderung für jährlich 1.000 neue stationäre Pflegeplätze. Bei 60 Millionen Euro für 1.000 Plätze pro Jahr errechnet sich ein Zuschuss von 60.000 Euro pro Platz. Die Förderung ist zur Fortentwicklung der bestehenden Pflegeplätze und für den Neubau von bedarfsgerechten neuen Pflegeplätzen vorgesehen“, berichtet Müller aus dem Maximilianeum. „Doch ein Großteil des Geldes, allein rund 400 Millionen Euro jährlich, wird für das neue Landespflegegeld aufgewendet werden. Eine echte Entlastung für Pflegende schaffe das Pflege-Paket der Staatsregierung aber nicht“, so die Landshuter Abgeordnete. Dazu müsste beispielsweise verstärkt in den Ausbau der Kurzzeitpflege investiert werden, um die pflegenden Angehörigen zu entlasten und den Seniorenheimen den finanziellen Mehraufwand vergüten.
Das bereitgestellt Geld müsse in die Pflegekräfte investiert werden. Ortsnahe Ausbildung, besserer Personalschlüssel und damit die mittelfristig zu einer Entlastung des Personals sowie bessere Qualifizierungs- und Aufstiegsangebote. „Außerdem brauchen wir ein umfassendes Gesamtkonzept für die Aufwertung der Pflegeberufe“, so Müller. „Vor allem mehr Zeit wünschen sich Pflegekräfte, Angehörige und die Bewohner und Bewohnerinnen der Pflegeheime“, weiß Müller aus ihren Besuchen vor Ort. Rund 30 Seniorenheime hat sie in den letzten zwei Jahren besucht und so einen guten Eindruck über die Situation der Pflege bekommen.

Rainer Pasta
Referent im Bürgerbüro Ruth Müller, MdL