Präsidium und Geschäftsführung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz definieren Kernthemen für das Jahr 2018
Digitalisierung, Fachkräfte und Nachfolge im Handwerk – zu diesen drei zentralen Herausforderungen des Handwerks besprachen sich die Geschäftsführung und das Präsidium der Handwerkskammer: (v. li.) Geschäftsführer Alexander Stahl, stv. Hauptgeschäftsführer Hans Schmidt, Vizepräsident Richard Hettmann, Vizepräsident Karl-Heinz Moser, Vizepräsidentin Kathrin Zellner, Präsident Dr. Georg Haber, Vizepräsident Albert Vetterl, Vizepräsident Konrad Treitinger und Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger. (Foto: Graggo)
Die fehlenden Fachkräfte quer durch alle Handwerksbranchen, die rasch voranschreitende Digitalisierung und der Generationenwechsel in zahlreichen Betrieben sind die Kernthemen, die das ostbayerische Handwerk im Jahr 2018 beschäftigen. Diesen Fokus legten das Präsidium und die Geschäftsführung der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz bei ihrem ersten Treffen im neuen Jahr in Schwandorf. Das neu aufgestellte sechsköpfige Präsidium und die neue Geschäftsführung waren sich einig, dass diese drei Themen das Handwerk in nächster Zeit besonders fordern werden. Die wirtschaftliche Lage sei im ostbayerischen Handwerk zwar sehr gut, gerade deshalb dürfe man nicht vergessen, den Blick in die Zukunft zu richten und sich zu wappnen, so die Handwerksvertreter.
Qualifiziertes Personal dringend benötigt
„Die Akquise von hochqualifizierten Mitarbeitern und Auszubildenden ist eine der größten Herausforderungen, die wir im Handwerk haben“, betonte HWK-Präsident Dr. Georg Haber. Zum Start in das Ausbildungsjahr im vergangenen August sind im Kammergebiet über 900 Lehrstellen unbesetzt geblieben. „Um wettbewerbsfähig zu bleiben und für Kunden weiterhin der verlässliche Partner für individuelle Problemlösungen zu sein, brauchen wir aber unbedingt qualifiziertes Personal.“ Aktionen wie beispielsweise die „vertiefte Berufsorientierung“, Lernwerkstätten oder landes- und bundesweite Kampagnen sollen Abhilfe schaffen.
Einsatz digitaler Werkzeuge in Zukunft von Nöten
Außerdem befindet sich das Handwerk mitten im digitalen Wandel. „Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen besteht aber die Gefahr, den Anschluss zu verlieren und den rasant steigenden Kundenansprüchen nicht gerecht werden zu können“, so Haber weiter. Zwar werde das Handwerk weiterhin „Hand-Werk“ bleiben, doch werde es ohne den Einsatz neuer technischer Errungenschaften nicht gelingen, im Wettbewerb zu bestehen. Anzusetzen sei bereits in der Ausbildung. So stellt sich die Handwerkskammer mit einem Digitalisierungszentrum in Schwandorf neu auf, das in den kommenden zwei Jahren in Betrieb gehen soll.
Zahlreiche Betriebe suchen einen Nachfolger
Eine weitere Herausforderung ergibt sich für rund 11.000 Betriebe, die im Laufe der nächsten zehn Jahre zur Übergabe anstehen. „Deren Inhaber sind 55 Jahre und älter, die Betriebe stehen also kurz vor einem Generationenwechsel“, sagte der neue Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger. Sei dieser familienintern nicht möglich, könne das zur Herausforderung werden. Andererseits betonten die Kammervertreter die Chancen, die sich für externe Fachkräfte ergeben. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat deshalb zusammen mit den bayerischen Handwerkskammern sowie den Industrie- und Handelskammern die „Offensive Unternehmensnachfolge.Bayern“ ins Leben gerufen, um die Öffentlichkeit stärker für das Thema Nachfolge zu sensibilisieren.
Die Teilnehmer einigten sich darauf, im neuen Jahr die Bestrebungen hinsichtlich dieser drei Hauptthemen auszuweiten. Das Präsidium der Handwerkskammer besteht aus: Dr. Georg Haber (Präsident), Albert Vetterl (Vizepräsident), Karl-Heinz Moser (Vizepräsident), Richard Hettmann (Vizepräsident), Konrad Treitinger (Vizepräsident) und Kathrin Zellner (neu gewählte Vizepräsidentin). In der Geschäftsführung sind tätig: Jürgen Kilger (neu gewählter Hauptgeschäftsführer), Hans Schmidt (stellvertretender Hauptgeschäftsführer) und Alexander Stahl (neu gewählter Geschäftsführer).