Bildungsprogramm in der Handwerkskammer qualifiziert für Ausbildung

PerjuF Sarhan Hannan PortraitSarhad Hannan ist zuversichtlich. Im September beginnt er eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker beim Autohaus Dünnes in Regensburg. Als er vor knapp zwei Jahren als syrischer Flüchtling nach Deutschland kam, war daran nicht zu denken. Er kannte niemanden, Sprache und Kultur waren ihm fremd. Mittlerweile hat sich der 24-Jährige eingelebt, spricht gut Deutsch und bezieht in wenigen Tagen eine eigene Wohnung.

Erst Berufsorientierung, dann Praktika und Ausbildung
Die schnelle Integration hat Sarhad unter anderem der Bildungsmaßnahme „Perspektiven für junge Flüchtlinge im Handwerk“ (PerjuF-H) zu verdanken. Seit September 2016 führt die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz diese sechsmonatige Maßnahme in ihrem Bildungszentrum in Regensburg durch. Das Programm erfolgt in Kooperation mit regionaler Arbeitsagentur und Jobcenter auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Bundesagentur für Arbeit und des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Ziel von PerjuF-H ist es, jungen Flüchtlingen Orientierung im deutschen Ausbildungs- und Beschäftigungssystem zu geben. Nach der Maßnahme sollten alle Teilnehmer eine Berufswahlentscheidung treffen können und im besten Fall eine Ausbildung aufnehmen.

PerjuF Sarhan Hannan Kfz Werkstatt

Der aktuelle PerjuF-Kurs in Regensburg steht kurz vor dem Abschluss. Sarhad ist einer von zwölf Teilnehmern. In den letzten fünf Monaten sammelten sie Erfahrungen in den Berufsfeldern Metall, Maler- und Lackierer, Bau, Holz und Sanitär-Heizung-Klima. Sowohl in den Werkstätten der Handwerkskammer als auch in mehrwöchigen Betriebspraktika konnten Sarhad und seine Kurskollegen ihre praktischen Neigungen und Talente testen. Zusätzlich erhielten sie in den Kursräumen der Kammer unter anderem Deutsch-, Mathe- und EDV-Unterricht, lernten politische und gesellschaftliche Grundlagen kennen und trainierten gemeinsam Jobrecherche, Bewerbungen und Wege durch den Bürokratiedschungel.

Integration durch Arbeit und Ausbildung
Über den gesamten Zeitraum wurden sie dabei vom eigens angestellten Sozialpädagogen Michael Baade betreut und unterstützt. „Die Teilnehmer sind motiviert und engagiert. Leider machen manchmal Vorurteile oder Banalitäten wie eine schlechte Verkehrsanbindung die Vermittlung schwierig“, erzählt Baade. Umso glücklicher sei er, dass die Hälfte der Teilnehmer bereits die Zusage für einen Ausbildungsplatz habe. Das freut auch den Leiter des Bildungszentrums Benjamin Spiegler. „Wenn wir Flüchtlinge in die Gesellschaft integrieren wollen, gelingt das am besten über Arbeit und Ausbildung“, ist er überzeugt. Gerade im Handwerk gebe es viele Beschäftigungspotenziale. Deshalb sei es für alle Beteiligten wertvoll, Flüchtlinge mit Berufsorientierung und Berufsvorbereitung zu unterstützen und sie gezielt mit Handwerksbetrieben zu vernetzen.

PerjuF H Gruppenbild

„Probiert aus, setzt euch ein Ziel und kämpft dafür.“
Teilnehmer Sarhad Hannan hat es geschafft. Bald startet er seine berufliche Karriere in der neuen Heimat. Erste Kfz-Erfahrungen hat er bereits in Syrien gesammelt, allerdings nur in theoretischer Form an einer fachlichen Schule. Ab September wird nun die Praxis folgen. Gleichgesinnten rät Sarhad: „Probiert ganz viel aus, setzt euch ein Ziel und kämpft dafür. Dann könnt ihr es auch erreichen.“ Im Herbst erhalten zwölf neue Teilnehmer die Chance dazu. Beim nächsten Kurs des PerjuF-H Bildungsprogrammes im Bildungszentrum der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz in Regensburg.

Ansprechpartner:
Benjamin Spiegler
Tel. 0941 7965-236
Fax 0941 7965-168
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