MdB Rita Hagl-Kehl, SPD-Stadträtin Anja König und MdB Florian Pronold informierten sich vergangene Woche beim Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Landshut-Pfarrkirchen Dr. Sascha Zirra über die aktuelle Situation auf dem heimischen Arbeitsmarkt. „Der Arbeitsmarkt in Niederbayern profitiert erheblich von der EU Osterweiterung.

SPD König

Ohne die Zuwanderung von Fachkräften könnten die Arbeitgeber ihren Arbeitskräftebedarf nicht decken. Die Beschäftigung wächst seit Jahren und die Nachfrage der Betriebe nach Fachkräften ist weiter ungebrochen“, so charakterisierte Zirra die aktuelle Situation. Als Herausforderung wurden in diesem zusammenhang der Fachkräfteengpass und die Herausforderung der Integration von Menschen mit Fluchtgeschichte thematisiert. Großes Interesse zeigten sie, wie die Agentur die Jobchancen von Geflüchteten einschätze. Zirra zeichnete hier ein differenziertes Bild: Beispielsweise haben zwar insbesondere viele Syrer eine gute Schulbildung, dennoch fehle meist die auf dem deutschen Arbeitsmarkt notwendige formale Berufsqualifizierung. Vor allem bei Jugendlichen sei der Weg in den ersten Arbeitsmarkt oft ein steiniger, der sich jedoch mittel- bis langfristig lohne – angesichts der Alternative einen aktiven Beitrag zur Steuer und Sozialversicherung zu leisten oder des dauerhaften Sozialleistungsbezugs. „Die meisten wollen arbeiten und produktiver Teil der Gesellschaft sein. Jetzt sind sie hier und wir machen das Beste daraus“, so Zirra. Grundlage hierfür sei jedoch eine umfassende sprachliche Förderung der Geflüchteten. Ohne deutsche Sprachkenntnisse wird die Integration in Arbeit und Gesellschaft nicht gelingen, stimmten sie überein. Staatssekretär und Bundestagsabgeordneter Florian Pronold lobte die Arbeit der Arbeitsagentur. Es sei vorbildlich wie sich die MitarbeiterInnen vor Ort für die Integrierung von Langzeitarbeitslosen und Geflüchteten in den Arbeitsmarkt einsetzen würden und auch der enge Kontakt zu den Arbeitgebern sei hier der richtige Weg.

Dr. Zirra hob hervor, dass die Agentur intensiv in die sprachliche und berufliche Qua-lifizierung von Geflüchteten investiere, ohne die inländischen Arbeitsuchenden aus den Augen zu verlieren. Dazu habe die Agentur nicht nur zusätzlich Geld für Geflüchtete sondern auch zur Integration von Jugendlichen, Schwerbehinderten und Langzeitarbeitslosen erhalten.
Die beiden Bundestagsabgeordneten Rita Hagl-Kehl und Florian Pronold sowie Stadträtin Anja König waren äußerst erfreut über diesen positiven Bericht. Dennoch äußerten sie Bedenken darüber, dass Zeitarbeitsfirmen die größten Nachfrager auf dem Arbeitsmarkt seien. „Wir wollen gerade hier in Zukunft eine Eindämmung errei-chen, weil die Leiharbeit in einigen Branchen geradezu missbraucht wird.“, betont Stadträtin Anja König. Leiharbeit solle dafür benutzt werden, wozu sie auch gedacht sei, für Produktionsspitzen, massive Krankheitsausfälle oder als Mutterschaftsvertre-tungen. Auch bei der Bezahlung seien noch die Mehrzahl der Leiharbeitnehmer äu-ßerst benachteiligt, weiß Bundestagsabgeordnete Rita Hagl-Kehl zu berichten, die Regelung, dass nach neun Monaten gleicher Lohn wie für die Stammbelegschaft ge-zahlt werden muss, werde durch früheren Austausch der Arbeitskräfte nur zu häufig umgangen.