Wirtschaftsministerium zeichnete in Regensburg 19 verdiente Ausbilder im Handwerk aus

Verdiente Ausbilder

Das Bayerische Wirtschaftsministerium zeichnete in der Handwerkskammer in Regensburg 19 verdiente Ausbilderinnen und Ausbilder aus. Für ihre Leistungen und Verdienste um die berufliche Ausbildung im Handwerk bekamen die Geehrten aus Niederbayern und der Oberpfalz von Dr. Peter Stein, Ministerialrat im Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, sowie von Albert Vetterl, Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, eine Urkunde überreicht.

Ausbilder haben große gesellschaftspolitische Bedeutung
„Es ist ein besonders erfreulicher Anlass, jene zu feiern, die in herausragender Weise dem handwerklichen Nachwuchs zum Erfolg verhelfen“, sagte Dr. Peter Stein in seiner Festrede. Das Wirtschaftsministerium investiere zwar, zusammen mit den Kammern und Innungen, kräftig in die handwerkliche Ausbildung, es sei aber wichtig, dass jemand da ist, „der’s macht“, dankte Stein den Geehrten. „Ihre Leistung hat große gesellschaftspolitische Bedeutung, Sie ermöglichen jungen Menschen eine solide Existenzgrundlage und ein hohes Maß an Beschäftigungssicherheit“, so der Ministerialrat weiter. Das duale System sei ein Juwel der modernen sozialen Marktwirtschaft und nicht ohne Grund weltbekannt. In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung müsse man aber beachten, das Thema „Lebenslanges Lernen“ fest im Bildungssystem Handwerk zu verankern. „Die Weiterbildung nach der Weiterbildung wird zunehmend wichtiger werden“, betonte Stein.

Attraktivität und Chancen im Handwerk aufzeigen
Albert Vetterl, Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, betonte in seiner Rede den härter werdenden Wettkampf um Arbeitskräfte und Auszubildende. „Zahlreiche Betriebe haben Probleme, Fachkräfte zu finden.“ In der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer waren Ende März rund 880 vakante Ausbildungsstellen im ostbayerischen Raum gemeldet. Das Handwerk müsse die Jugendlichen und insbesondere deren Eltern von der Attraktivität der Branche überzeugen. Dafür sei es unter anderem wichtig, „Arbeitnehmern Weiterbildungs- und Aufstiegschancen aufzuzeigen“, betonte Vetterl. „Diese Herausforderung verlangt neue Konzepte, um Menschen für das Handwerk zu begeistern und Lehrlinge in den Betrieben zu halten.“ Dazu honorierte er die Leistungen der anwesenden Ausbilder. „Wer ausbildet, leistet nicht nur etwas für die Jugendlichen und die Gesellschaft, sondern steigert auch sein Image und trägt zur Bestandssicherung bei.“ Damit übernehme jeder Ausbilder Aufgaben, die in anderen Ländern der Staat alleine meistere.

Nachfolgend Interviews mit drei der geehrten Ausbilder:

HartlGünter Hartl (57), Friseurmeister, Salon Hartl in Deggendorf:

Was ist für Sie das Schönste am Ausbilden?
Hartl: Dass man Fortschritte sieht. Zunächst kommt da ja jemand, der hat keine Ahnung und plötzlich sieht man eine Entwicklung. Das Schönste ist, wenn dann jemand auch nach der Ausbildung noch weiterkommen will. Erst kürzlich war ich bei der Geschäftseröffnung einer ehemaligen Auszubildenden.
Wie empfinden Sie die heutige Ehrung?
Hartl: Man freut sich schon sehr, wenn die langjährige Ausbildungsleistung einmal gewürdigt wird.
Was muss ein guter Ausbilder haben?
Hartl: Er muss die jungen Leute so motivieren können, dass sie selber merken, wie schön der Beruf ist. Die nötige „Anschubmotivation“ ist das Wichtigste.

LandgrafToni Landgraf (53), Metzgermeister, Metzgerei Landgraf in Tirschenreuth:

Was ist für Sie das Schönste am Ausbilden?
Landgraf: Wenn man sieht, dass aus einem Menschen, der zunächst nichts kann, ein Spezialist wird. Ich war ja lange Zeit im Prüfungsausschuss und habe das immer sehr genossen.
Wie empfinden Sie die heutige Ehrung?
Landgraf: Ich freue mich und bin stolz darauf.
Was muss ein guter Ausbilder haben?
Landgraf: Neben dem handwerklichen Fachwissen, vor allem Geduld und Einfühlungsvermögen.

SchillingerPeter Schillinger (49), Dipl.-Betriebswirt (FH), Schillinger Metallbau GmbH in Regensburg:

Was ist für Sie das Schönste am Ausbilden?
Schillinger: Wenn man sieht, wie junge Leute Erfolg haben und ihren Weg machen.
Wie empfinden Sie die heutige Ehrung?
Schillinger: Ich freue mich. So eine Ehrung ist zwar nicht der Grund für ein engagiertes Ausbilden, aber eine sehr nette Dreingabe.
Was muss ein guter Ausbilder haben?
Schillinger: Das hat sich stark gewandelt. Zu Zeiten meines Vaters war noch fast ausschließlich das handwerkliche Können wichtig. Heute braucht man zunehmend soziale Kompetenz und Einfühlungsvermögen.

Verdiente Ausbilder aus Niederbayern:


 Herr Johann Günthner*, Elektroinstallateurmeister, 94533 Buchhofen

 Herr Martin Günthner*, Bäckermeister, 84079 Bruckberg

 Herr Günter Hartl, Friseurmeister, 94469 Deggendorf

 Herr Martin Loibl*, Maurermeister, 84106 Volkenschwand

 Frau Barbara Meier, Friseurmeisterin, 94315 Straubing

 Herr Rudolf Miedl*, Maler- und Lackierermeister, 84384 Wittibreut

 Herr Josef Strobl*, Maurermeister, 94089 Neureichenau

 Herr Peter Ströher, Kraftfahrzeugmechanikermeister, 94362 Neukirchen

 Herr Armin Vohburger, Elektroinstallateurmeister, 84180 Loiching

Verdiente Ausbilder aus der Oberpfalz:


 Herr Werner Keckl, Dipl.-Ing. Bauingenieurwesen, 92364 Deining

 Herr Norbert Klier*, Elektroinstallateurmeister, 92249 Vilseck

 Frau Anna Koch*, Friseurmeisterin, 92442 Wackersdorf

 Herr Toni Landgraf, Metzgermeister, 95643 Tirschenreuth

 Herr Josef Mersch, Zimmerermeister, 92318 Neumarkt

 Herr Josef Reger*, Maurermeister, 92648 Vohenstrauß

 Herr Egon Samabor, Kürschnermeister, 93059 Regensburg

 Herr Peter Schillinger, Dipl.-Betriebswirt (FH), 93055 Regensburg

 Frau Brigitte Sedlmeier, Friseurmeisterin, 92318 Neumarkt

 Herr Franz Steinbauer, Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister, 93468 Miltach

*waren bei Ehrung nicht anwesend

Handwerkskammer
Niederbayern-Oberpfalz