werner muggendorfer johannaAnfrage von der SPD-Abgeordneten Johanna Werner-Muggendorfer
 
Insgesamt werden an den Grund- und Mittelschulen in Niederbayern 799 Schüler mit Migrationshintergrund in 47 Übergangsklassen unterrichtet. In den Regelklassen 11.033. In Berufsschulintegrationsklassen 57, an sogenannten Sprachintensivklassen neun. Das geht aus der Antwort des Kultusministeriums auf einer Anfrage von MdL Johanna Werner-Muggendorfer zur Schulbildung der jungen Migranten und aus einer zu deren Besuch an Berufsschulen hervor.
Die SPD Abgeordnete aus Neustadt an der Donau (Landkreis Kelheim) hatte bei der Staatsregierung nach aktuellen Zahlen der Flüchtlinge gefragt, die in Niederbayern Übergangs- oder Regelklassen, Deutschförderkurse und die genannten Spezialklassen an Berufsschulen besuchen. Statistisch erfasst wurden Kinder und Jugendliche an Grund- und Mittelschulen, die aus dem Ausland kommen, dort auch geboren sind und Deutsch nicht als Muttersprache sprechen.

Mit 17,7 Prozent liegt der Freistaat derzeit noch 2,2 Prozent über der Soll-Quote, gemäß dem Königssteiger Schlüssel, nachdem festegelegt wird, wie die einzelnen Bundesländer sich an gemeinsamen Finanzierungen zu beteiligen haben. Bei der Einführung der bundesweiten Verteilung am 1. November vergangenen Jahres lag die Quote des Freistaats noch bei rund 29 Prozent, was einer Überfüllung von rund 5.600 unbegleiteten jungen Flüchtlingen entspricht.
Die 13 Übergangklassen an den Grundschulen besuchen 218 Schüler mit Migrationshintergrund, 581 die 34 Klassen dieser Art an den niederbayerischen Mittelschulen. Mit 13 Übergangsklassen und 256 Schülern steht der Landkreis Passau an der Spitze, keine Flüchtlinge aufnehmen mussten die Grund- und Mittelschulen im Landkreis Freyung-Grafennau. Der Landkreis Landshut nimmt Platz zwei ein (170 Schüler in 11 Übergangsklassen), gefolgt von den Landkreisen Straubing-Bogen (138 Schüler in sieben Klassen) und Kelheim (78 Schüler in fünf Klassen). Im Landkreis Deggendorf besuchen 54 Schüler vier Klassen, im Kreis Dingolfing-Landau 37 Schüler drei und im Kreis Regen 34 Schüler zwei, genauso viele wie im Landkreis Rottal-Inn, auf die sich 32 Schüler verteilen.
Mit Stichtag 30. Juni wurden in den niederbayerischen Landkreisen 1.180 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und junge volljährige Ausländer aufgenommen. Auch hier liegt der Landkreis Passau mit 208 an der Spitze, gefolgt vom den Landkreisen Deggendorf (148), Landshut (130), der Stadt Passau (108) Straubing-Bogen (90), Rottal-Inn und Kelheim (je 86), den Städten Landshut (86) und Straubing (83) sowie den Landkreisen Freyung-Grafenau (82), und Dingolfing-Landau (73).
Die Regelklassen werden von 11.033 Kindern mit Migrationshintergrund besucht. Sie werden daneben noch in Deutschförderklassen oder entsprechenden Kursen unterrichtet. Grundsätzlich gibt es wesentlich mehr Förderklassen als -kurse. Im Landkreis Kelheim besuchen 825 Schüler 84 Klassen und Kurse, im Kreis Landshut verteilen sich auf 76 Klassen und Kurse 574 Schüler, im Kreis Straubing-Bogen werden in 56 Klassen und Kursen 489 Schüler unterrichtet, 375 im Landkreis Dingolfing-Landau 49 Kurse und Klassen, 291 in 34 Kurse und Klassen im Kreis Rottal-Inn, 196 in 22 Kursen und Klassen im Kreis Passau. Die wenigsten nämlich 69 Schüler werden im Landkreis Regen in 12 Kursen und Klassen unterrichtet.
An den Integrationsklassen der bayerischen Berufsschulen stehen derzeit 1.140 Plätze zur Verfügung, an den Sprachintnsivklassen 180. „Ein Beweis dafür, dass Niederbayern seiner Aufgabe in diesem Bereich nachkommt,“ lobt Johanna Werner-Muggendorfer.
Ob und wenn wie viele der jungen Asylbewerber noch auf einen Platz in Berufsschulen warten müssen, kann das Kultusministerium nicht sagen. Es weist lediglich auf die Bemühungen der Vereinbarung „Integration durch Ausbildung und Arbeit“ des Arbeitsministeriums und der Bundesagentur für Arbeit hin. Darüber kann die SPD-Abgeordnete nur staunen: „Es wundert mich, dass die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Ausländer in den amtlichen Schuldaten nicht enthalten ist.“
Die zusätzlich vom Ministerium genehmigten 239 Jahreswochenstunden erfordern für die Lehrer zehn Vollzeitkapazitäten. Im Schuljahr 2016/17 können Bayernweit bis zu 1.200 Berufsintegrationsklassen eingerichtet werden, wobei sich deren Verteilung auf die Bezirke bzw. Landkreise an den jeweiligen Bedarf richtet.