Lamis Kassas hofft auf Weiterbehandlung ihrer Erkrankung in Deutschland

v.l.: Ruth Müller (MdL), Mayaz Aljazar, Lamis Kassas, Manuela Grußie (Die Blumenbinderei in Furth) (Foto: Qusay Alhabib)v.l.: Ruth Müller (MdL), Mayaz Aljazar, Lamis Kassas, Manuela Grußie (Die Blumenbinderei in Furth) (Foto: Qusay Alhabib)
In Deutschland gibt es nur zwei Krankenhäuser, die sich auf die Behandlung von Wirbelsäulenkrümmungen bei Kindern spezialisiert haben. Eine davon ist die Schoen-Klinik in Vogtareuth und dort wurde am 08. September 2020 Lamis Kassas erfolgreich operiert. „Lamis kann dank der Operation und mit einem speziell angepassten Korsett laufen und spielen“, berichtet Manuela Grußie beim Besuch der SPD-Landtagsabgeordneten Ruth Müller.

Dass man dennoch die Abgeordnete um Unterstützung gebeten hat, liegt daran, dass die viereinhalbjährige Lamis zusammen mit ihren Eltern nach Spanien abgeschoben werden soll. Lamis ist die Nichte von Mayaz, deren Asylgesuch derzeit über eine Petition im Bayerischen Landtag geklärt wird. Ihr Fall hat bayernweit für Schlagzeilen gesorgt, denn Mayaz könnte in der Further Blumenbinderei eine Ausbildung zur Floristin beginnen, darf aber den Ausbildungsvertrag noch immer nicht unterschreiben. Und das obwohl auch ihr Vater bereits eine Anstellung hätte und sie derzeit die Prüfungen zum qualifizierenden Hauptschulabschluss ablegt. „Ich will einen guten Abschluss machen, aber gleichzeitig sind meine Gedanken natürlich bei meiner Schwester und ihrer entzückenden Tochter, die abgeschoben werden sollen“, klingt Mayaz traurig. „Es macht doch keinen Sinn, nach dieser aufwendigen Operation den Heilungserfolg aufs Spiel zu setzen“, wundert sich Manuela Grußie über die Entscheidung des BAMF, die Familie nach Spanien zurückzuschicken. Auch der behandelnde Arzt aus Vogtareuth bestätigt in seinem Gutachten, dass zum einen weitere Kontrolluntersuchungen und Behandlungen von Lamis nötig sind und diese in Spanien nicht geleistet werden können. Lamis wird im Februar ein Geschwisterchen bekommen, ihre Mutter ist schwanger und auch deshalb kann Manuela Grußie nicht verstehen, wie man eine schwangere Frau mit einem kranken Kind, das seit Januar 2018 in Deutschland ist, hier in die KiTa geht, in ein Land abschieben möchte, in dem sie niemanden kennen und dessen Sprache sie nicht sprechen. „Die Familie von Mayaz ist vorbildlich integriert und ich kann nur an die Behörden appellieren, zum einen den Heilungserfolg nicht zu gefährden und zum anderen die Familie nicht zu trennen“, so Ruth Müller, MdL.



Sigrid Altweck
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bürgerbüro Ruth Müller, MdL
Nikolastraße 49
84034 Landshut
Telefon: +49 (0)871 95358 300

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