Die Landtagsabgeordnete Ruth Müller (SPD) gibt die Hoffnung auf die Vollendung des Projekts „barrierefreier Bahnhof Neufahrn“ nicht vorschnell auf.

Neufahrns Bürgermeister Peter Forstner und die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller am Bahnhof von Neufahrn (Foto: SPD-Niederbayern)Neufahrns Bürgermeister Peter Forstner und die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller am Bahnhof von Neufahrn (Foto: SPD-Niederbayern)
Mit der Tatsache, dass Bayern in Sachen barrierefreie Bahnhöfe den viertletzten Platz belegt, kann sich die Landtagsabgeordnete Ruth Müller nicht abfinden. Das hat sie bei ihren zahlreichen Bemühungen und Initiativen rund um den Neufahrner Bahnhof in der Vergangenheit oft bewiesen. Zusammen mit Bürgermeister Peter Forstner trieb sie das Ziel der Barrierefreiheit in den letzten Jahren stetig voran und brachte die Dringlichkeit des Ausbaus bei den Verantwortlichen im Landtag immer wieder vor.
Im Gegensatz zum Bundestagsabgeordneten Grundl von den Grünen, der in einem Bericht von letzter Woche, die Nichtberücksichtigung des „Tausend-Bahnhöfe-Programms“ bedauert, kommt für Müller ein übereiltes Verwerfen der seit langen Jahren umkämpften Idee eines barrierefreien Zugangs nicht in Frage: „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für Pessimismus“, so die Landtagsabgeordnete, „die Weichen für die barrierefreie Zukunft des Neufahrner Bahnhofs sind noch nicht gestellt.“
Abstimmung der zu berücksichtigenden Standorte noch offen
Ihren begründeten Optimismus schöpft die SPD-Politikerin aus der Tatsache, dass eine Berücksichtigung des Neufahrner Bahnhofs noch offen ist. Das verrät ein Blick auf das Konzept des Förderprogramms „Tausend-Bahnhöfe“. Dieses umfasst drei Säulen. Die bereitgestellten Gelder der dritten Säule dienen zur Attraktivitätssteigerung der Empfangsgebäude, die Finanzmittel für die ersten beiden Säulen fließen hingegen in die „beschleunigte Herstellung der Barrierefreiheit“. In der ersten Säule, auf die sich auch Grundl bezieht, werden dabei kleine Stationen berücksichtigt, bei denen die Fahrgastzahl pro Tag unter tausend liegt. In der zweiten Säule hingegen finden kleine und mittlere Stationen ihre Berücksichtigung, die täglich tausend bis viertausend zu- und aussteigende Passagiere aufnehmen. Zwar stimmt es, dass die Festlegung der Bahnhöfe, die mit einer Unterstützung beim Aus- und Umbau rechnen dürfen der ersten Säule kürzlich endete, für die Bahnstation Neufahrn ist das aber nicht von Belang. Die Fahrgastanzahl von weniger als tausend Reisenden überstieg dieser nämlich bereits 2016, indem die Zu- und Ausstiege zum damaligen Zeitpunkt sprunghaft von 700 auf 2600 anstiegen. Fünf Jahre später dürften noch weitere Reisende dazugekommen sein. Eine Berücksichtigung der ersten Finanzierungs-Säule war demnach ohnehin nie vorgesehen.
Aus- und Umbau nicht nur aus gesellschaftlichen Gründen wichtig
Die Landtagsabgeordnete hält unterdessen das Projekt nach wie vor für realisierbar, denn „die erforderlichen Finanzvereinbarungen der zweiten Säule, zu der auch der Neufahrner Bahnhof gehört, sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Die Abstimmung zu den Standorten laufen und somit ist Neufahrn auch noch im Rennen.“ Das hat Müller auch erst vor zwei Wochen von der Bayerischen Verkehrsministerin Kerstin Schreyer bestätigt bekommen. „Gerade weil ein für alle zugänglicher Bahnhof für mehr soziale Gerechtigkeit sorgt und so die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass mehr Leute auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen und dadurch der Straßenverkehr zu Gunsten der Umwelt entlastet wird, ist mir so viel daran gelegen, dass die geplanten Maßnahme einen positiven Ausgang finden“, so die optimistische Abgeordnete. Auch Forstner zeigt sich zuversichtlich: „Darüber hinaus ist der Bahnhof in Neufahrn auch auf Initiative der SPD-Landtagsfraktion als erster Einstiegspunkt für den Anschluss an den Regensburger Verkehrsverbund im Gespräch, was sicherlich die Frequenz noch weiter erhöhen und die Attraktivität steigern wird.“



Sigrid Altweck
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bürgerbüro Ruth Müller, MdL
Nikolastraße 49
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