Vor drei Jahren ist die Vilsbiburger Tafel in die „Obere Stadt“ gezogen – „in die Mitte der Gesellschaft“, wie Bürgermeisterin Sibylle Entwistle beim Besuch mit der Landtagsabgeordneten Ruth Müller feststellte.
Foto: Buntstift VilsbiburgFoto: Buntstift Vilsbiburg
Die beiden Sozialdemokratinnen waren nicht zum ersten Mal bei den beiden Leiterinnen Gabriele Hentschel und Brigitta Grünewaldt zu Gast, um sich ein Bild von der aktuellen Situation zu machen. Zudem überreichte die Landtagsabgeordnete eine Spende in Höhe von 250 Euro für die Arbeit der Tafel. „Corona hat auch unsere Arbeit verändert“, stellte Hentschel fest. Zum Glück habe man in den neuen Räumlichkeiten mehr Platz als früher, dennoch dürfen aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln nur jeweils drei Personen gleichzeitig im Ausgaberaum sein. Feststellen könne man auch, dass die Zahl der Tafelkunden nach Corona zurückgegangen sei, weil sich insbesondere ältere Menschen aus Angst vor Ansteckung nicht mehr hin trauen.

Und auch die Zahl der Ehrenamtlichen habe abgenommen, da auch einige der Risikogruppe angehören, weshalb sich nun nur noch 24 Frauen statt früher über 30 mit dem Sortieren, Einräumen und Ausgeben der Lebensmittel beschäftigen. Hinzu kommen die neun Fahrer, die die Lebensmittel bei den Geschäften wie Aldi, Edeka, Lidl, Norma und den beiden Bäckereien Mareis und Wagner sowie bei der Metzgerei Weichselgartner im südlichen Landkreis einsammeln. „Auch von Privatpersonen bekommen wir immer wieder Sach- und Geldspenden“, konnte Brigitta Grünewaldt berichten. Wenn der Überfluss an Obst und Gemüse im Garten überhandnehme, verteile es die Tafel gerne an die Bedürftigen aus der Region. Die Tafelkunden erhalten Lebensmittel, die von den Supermärkten oder Großhändlern ansonsten vernichtet werden würden, weil die Angebotsfrist vorbei ist oder schon wieder frischere Ware in die Regale geräumt werden muss.
Rund 200 Personen zwischen Geisenhausen und Velden werden so jede Woche von der Vilsbiburger Tafel mit Obst, Gemüse, Brot und auch Milchprodukten versorgt, die zum Wegwerfen zu schade sind. Besonders schön sei es auch, wenn Jugendliche im Rahmen ihres Firm- oder Konfirmandenunterrichts Projekte der Tafel unterstützen, um so ein Bewusstsein für soziale Belange zu bekommen. Ergänzend gibt es dort auch den „Buntstiftladen“, der unter der Leitung von Margit Ramm Familien mit Schulkindern mit Lern- und Lehrmaterial zu günstigen Preisen versorgt. Jeden Freitag zwischen 9 und 11 Uhr ist die Tafel – eine Einrichtung der Diakonie - geöffnet und versorgt seit 14 Jahren Bedürftige in den verschiedensten Lebenssituationen mit Lebensmitteln.
„Wir haben Familien genauso unter den Kunden wie Alleinerziehende oder Rentner und Rentnerinnen“, so Brigitta Grünewaldt. Und natürlich auch Menschen aus den verschiedensten Herkunftsländern, denn Armut macht sich nicht an der Herkunft fest. Gemeinsam sei ihnen, dass sie täglich darum kämpfen müssen, finanziell um die Runden zu kommen. Gespart wird, wo es geht – häufig auch am Essen. Damit in einem Land, in dem es Lebensmittel im Überfluss gibt, niemand hungern muss, wurden Mitte der 1990er Jahre die „Tafeln“ in Deutschland gegründet. „Sie leisten mit Ihrem Team eine wertvolle Arbeit“, bedankte sich Ruth Müller stellvertretend bei Gabriele Hentschel und Brigitta Grünewaldt. Dennoch müsse es das Ziel in einem reichen Land wie Bayern sein, dass Tafeln überflüssig werden und die Einkommensschere nicht weiter auseinander drifte. „Eine gute Sozialpolitik müsse mit nachhaltigen Maßnahmen für gute Löhne und armutsfeste Renten sorgen“, stellten die beiden SPD-Politikerinnen fest.



Janina Forster
Referentin im Bürgerbüro Ruth Müller, MdL
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