1. Bayerisch-Tschechischer BusinessTalk mit 120 Teilnehmern
Jaroslava Pongratz moderierte den BusinessTalk, an dem 120 Interessierte aus Bayern und Tschechien teilnahmen.  (Screenshot: Lang/Bezirk Niederbayern)Jaroslava Pongratz moderierte den BusinessTalk, an dem 120 Interessierte aus Bayern und Tschechien teilnahmen. (Screenshot: Lang/Bezirk Niederbayern)
Der Bayerisch-Tschechische Unternehmertag, der sich immer größerer Beliebtheit unter deutschen wie tschechischen Firmen erfreut und der im März hätte stattfinden sollen, musste wegen Corona ausfallen. Doch Jaroslava Pongratz, die Netzwerkmanagerin Bayern-Böhmen und Christina Tanosova, die neue Geschäftsführerin des Niederbayern-Forums hatten bereits eine Alternative im Ärmel: Sie wollten ohnehin die Themen Datenschutz und Homeoffice und was es dabei in Deutschland und Tschechien zu beachten gilt, demnächst aufgreifen. „Wir dachten uns, das passt jetzt gut in die Zeit und haben uns für ein Online-Format entschieden“, so Pongratz. Der 1. Bayerisch-Tschechische BusinessTalk war geboren. Am Mittwochnachmittag ging das Webinar via Zoom-Konferenz über die Bühne. „Technisch einwandfrei“, freut sich die Netzwerkmanagerin der Europaregion Donau-Moldau, die zusammen mit dem Niederbayern-Forum den Talk organisiert hatte.
120 Teilnehmer verfolgten die Fachvorträge von deutschen und tschechischen Experten, die ganz einfach mit einem Klick für den Zuhörer simultan übersetzt wurden. Den Anfang machten Thomas Greiner und Nadja-Maria Becke von der „aigner business solutions GmbH“ in Hutthurm. Sie gingen auf die Themen IT-Sicherheit im Homeoffice ein – eine Herausforderung sowohl für die Arbeitgeber wie die Arbeitnehmer. Während der Corona-Zeit waren die Aufsichtsbehörden recht nachsichtig, wenn Firmen angesichts der rasanten Umstellung noch nicht alle Sicherheitsaspekte berücksichtigt hatten. Ihr Appell an die Firmen war, sich nun schnellst möglichst intensiv um diese Themen zu kümmern, besonders wenn die Beibehaltung von Homeoffice-Plätzen geplant sei. Vor allem der Schutz personenbezogener Daten stehe dabei im Mittelpunkt, aber auch der Schutz der eigenen Firma vor Cyberangriffen von außen.

Eva Herufek von der international tätigen Anwaltskanzlei „Tschöpl & Partner“ mit Hauptsitz in Prag ging dann auf die Datenschutzgrundverordnung der EU ein. Da die Tschechen ein Anpassungsgesetz zur DSGVO erlassen haben, gibt es einige wichtige Unterschiede zwischen Deutschland und Tschechien, was die Umsetzung der Verordnung anbelangt. Zuletzt gab der Passauer Rechtsanwalt Stefan Loebisch Einblicke in das Datenschutzrecht an der Schnittstelle zum Wettbewerbsrecht. Er hob hervor, dass derzeit noch einige rechtliche Fragen offen seien – etwa, ob auch Mitbewerber (auf der Grundlage des Wettbewerbsrechts) Verstöße gegen die DSGVO abmahnen können oder nur die zuständigen Behörden. „Doch selbst wenn es nur über den Umweg der datenschutzrechtlichen Aufsichtsbehörden läuft, rate ich allen Firmen, lieber das strenge, grausame deutsche Recht zu beachten“, so der Fachanwalt. Ärger drohe immer, wenn die DSGVO nicht eingehalten werde. Da sich immer häufiger tschechische Firmen an ihn wenden, die „schockiert über die Komplexität des deutschen Rechts und die harten Strafen sind“, sei er hochmotiviert gewesen, diesen Vortrag zum 1. Bayerisch-Tschechischen BusinessTalk beizutragen.

Die Teilnehmer konnten während des Webinars Fragen an Jaroslava Pongratz richten, die im Anschluss an den jeweiligen Vortrag dann geklärt wurden. „Wir haben viel positives Feedback bekommen“, freut sich die Netzwerkmanagerin, die sich bestätigt fühlt, dass die Themen dies- und jenseits der Grenze die Firmen beschäftigen. Deshalb wird der BusinessTalk auch im YouTube Netzwerkmanagement Bayern und unter www.niederbayern.de veröffentlicht. Im kommenden Jahr soll das Format fortgesetzt werden – wann und wie der Bayerisch-Tschechische Unternehmertag stattfinden kann, ist derzeit noch offen.

– ml –

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