Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich informierte sich vor Ort über Baufortschritt
v.l.: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, die für die örtliche Bauüberwachung Verantwortlichen Monika Obermüller, Dewan Friedenberger Architekten GmbH, und Paul Ruderer, Süss Beratende Ingenieure GmbH & Co. KG., sowie Matthias Kopf, Leiter des bezirklichen Baureferats. (Foto: BK Mainkofen/Vierthaler)v.l.: Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, die für die örtliche Bauüberwachung Verantwortlichen Monika Obermüller, Dewan Friedenberger Architekten GmbH, und Paul Ruderer, Süss Beratende Ingenieure GmbH & Co. KG., sowie Matthias Kopf, Leiter des bezirklichen Baureferats. (Foto: BK Mainkofen/Vierthaler)
Im Bezirksklinikum (BK) Mainkofen wurden schon zahlreiche Richtfeste gefeiert und eigentlich hätte auch am 8. Mai eine Richtkrone den vor kurzem fertiggestellten Rohbau des 2. Bauabschnitts des Gesamtprojekts „Neustrukturierung des Bezirksklinikums Mainkofen“ schmücken sollen. Leider musste das traditionelle Fest wegen der Corona-Krise abgesagt werden. Sehr zum Bedauern von Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich: „Ich hätte mich beim Richtfest gerne bei allen bislang am Bau Beteiligten offiziell und persönlich für die gute Arbeit bedankt.“ Um sich aber vom Baufortschritt zu überzeugen, entschloss er sich kurzfristig zu einer Besichtigung der Baustelle – geführt von Matthias Kopf, dem Leiter des bezirklichen Baureferats, sowie den für die örtliche Bauüberwachung Verantwortlichen Monika Obermüller, Dewan Friedenberger Architekten GmbH, und Paul Ruderer, Süss Beratende Ingenieure GmbH & Co. KG.
Der mit 15,5 Mio. Euro veranschlagte 2. Bauabschnitt, der die Komplettierung des „Zentrums für Abhängigkeitserkrankungen“ beinhaltet, liegt sehr gut im Zeitplan – begünstigt auch durch den milden Winter und das außergewöhnlich gute Wetter vor allem der letzten Wochen, wodurch ein durchgängiges Arbeiten möglich war. Innerhalb von zehn Monaten sind die Rohbauarbeiten abgeschlossen. Mittlerweile steht das Gerüst, die Fassadenverkleidung kann nun angebracht und die Fenster eingebaut werden - danach ist das Gebäude sozusagen „dicht“ und der Innenausbau kann beginnen. Läuft es so gut wie bisher, kann der zweite Teil des „Zentrums für Abhängigkeitserkrankungen“ mit jeweils 22 Betten in Erd- und Obergeschoss im Juli 2021 der Nutzung übergeben werden.

Vorausgesetzt, es geht planmäßig weiter, heißt es für das Gesamtprojekt „Neustrukturierung“ im Grunde „Halbzeit“. Wie sehr hat sich die größte Bezirkseinrichtung seit Beginn der Maßnahme im August 2015 baulich verändert? Nach aufwändigen Vor- und Abrissarbeiten und dem Aufbau einer vorübergehenden „Modulklinik“ ging Ende Mai 2016 mit der feierlichen Grundsteinlegung der 1. Bauabschnitt an den Start. Er umfasste den Neubau „Zentrum für Allgemeinpsychiatrie“, die erste Hälfte des „Zentrums für Abhängigkeitserkrankungen“ sowie Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen im Bereich „Krisenintervention“. Kostenvolumen: 43 Mio. Euro. Am 25. Juni 2019 fand die offizielle Gesamtübergabe dieses Abschnitt statt, noch am gleichen Tag der Spatenstich für den 2. Bauabschnitt – ein nahtloser Übergang. Zeitgleich wurden die Kliniken für Neurologie und Neurologische Frührehabilitation mit rund 23,7 Mio. Euro erweitert und modernisiert. Der im Zuge dieser Baumaßnahme im gleichen Gebäude integrierte Bereich „Funktionsdiagnostik/Innere Medizin und Endoskopie“ (ca. 4,2 Mio. Euro) komplettiert das „Neurologische Zentrum“. Weitere 20 Mio. Euro flossen in den Neubau des Pflegeheims Mainkofen, das mit der Eröffnung im Januar 2019 in „Sozialpsychiatrisches Zentrum Mainkofen“ umbenannt wurde. Unter einem Dach befinden sich hier das Fachpflegeheim und als Novum ein Übergangswohnheim mit 19 Betreuungsplätzen für Menschen mit seelischen Erkrankungen. Voraussichtlich im Sommer wird das neue Labor fertig sein (Kosten ca. 3 Mio. Euro); in Planung ist derzeit der 3. Bauabschnitt „Zentrum für Gerontopsychiatrie“ mit einem Kostenvolumen von ca. 35 Mio. Euro. Die Gesamtkosten für das Projekt „Neustrukturierung“ bewegen sich damit bei rund 145 Mio. Euro, ca. 66 Mio. Euro fließen an Fördermitteln des Freistaats Bayern.

„Mainkofen ist ein Mammutprojekt. Finanziell gesehen, aber auch hinsichtlich der Realisierung während des laufenden Klinikbetriebs - eine organisatorische Glanzleistung aller Beteiligten. Für alle Beschäftigten bedeutet es eine erhebliche zusätzliche Belastung. Dass die Versorgung der Patienten dennoch reibungslos weitergeht, verdient größten Respekt“ so Heinrich.
Schon die Planungen für die Neustrukturierung stellten eine Herausforderung dar. Allein durch die bestehende Ringstruktur des BK Mainkofen und dem denkmalgeschützten Jugendstilensemble im historischen Kern. Diese Gegebenheiten galt es mit den Vorgaben hinsichtlich möglichst effizienter Klinikabläufe, einer guten Vernetzung zwischen den Zentren und kurzen Wegen für Personal wie Patienten zu verbinden. Die architektonisch klar abgegrenzten An- und Neubauten entlang der äußeren Ringstraße erfüllen diese Bedingungen und fügen sich durch die Beschränkung auf zwei Geschosse in die umgebende Bebauung ein. Durch die in einer Art „Würfel“ errichten Gebäude entstanden Innenhöfe, die als geschützte Außenbereiche genutzt werden können.
„Mit jedem fertigen Bauabschnitt rücken wir dem Ziel, unseren Patienten ein bestmögliches ‚Gesamtpaket‘ bieten zu können, näher“ freut sich Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich. „Das moderne Gesicht Mainkofens nimmt sichtbar Gestalt an, ohne dass der Charme der parkähnlichen Anlage verloren geht.“ Positiv ist auch der bislang unfallfreie Verlauf. Für Aufregung sorgte allerdings der Fund einer 50-kg-Bombe zu Beginn der Ausgrabungsarbeiten. Allerdings war bekannt, dass hier im Zweiten Weltkrieg Bomben abgeworfen worden waren. Die frühzeitig involvierte Kampfmittelbeseitigungsfirma konnte die Bombe entschärfen und ein größeres Unglück verhindern. Sie bleibt aus Sicherheitsgründen bis zum Abschluss der gesamten Maßnahme bei allen Erdbewegungen im Einsatz.

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