Ein Auto, verkeilt in einen LKW. Menschen rufen um Hilfe, aus der Scheune daneben dringt Rauch. Dort sind möglicherweise Menschen eingeschlossen. Jetzt, der Alarm – jede Sekunde zählt. Alle Abensberger Ortsteilfeuerwehren werden nun alarmiert, in vielen Haushalten ist es mit dem Feierabend vorbei – auf, auf, zur Feuerwehr am Ort und dann raus nach Baiern.
Zum Glück nur eine Feuerwehrübung und kein echter Ernstfall (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)Zum Glück nur eine Feuerwehrübung und kein echter Ernstfall (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)
Zum Glück ist es nur eine Großübung. Die Kulisse ist mindestens gruselig; man will sich als Beobachter gar nicht vorstellen, welche Szenen Feuerwehrleute ertragen müssen, wenn sich der Alarm nicht als Übungsfall herausstellt. Martin Amann, 1. Kommandant der FF Pullach ist Übungsleiter und organisierte das Szenario.
Michael Brand, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Pullach ist an diesem Tag Einsatzleiter und mit seinen Leuten als erster da. „Wir haben diese Annahme: Ein LKW schiebt einen PKW an eine Scheune. Es sind Verletzte im Auto und im LKW zu bergen und es ist unklar, wie viele Menschen in der Scheune sind“, sagt Amann. Und tatsächlich: In der Scheune sind „Bewusstlose“ versteckt, für die Feuerwehrleute nicht einfach, sich unter dichtem Rauch durch landwirtschaftliches Gerät zu bugsieren, um sicherzustellen, dass keiner mehr in der Scheune ist. Schaufensterpuppen werden herausgetragen und Jugendfeuerwehrler mimen Verletze. Eine Erste Hilfe-Station wird errichtet.
Die Verletzten waren nur gestellt um eine wirklichkeitsnahe Szenerie zu simulieren (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)Die Verletzten waren nur gestellt um eine wirklichkeitsnahe Szenerie zu simulieren (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)
Woher das Löschwasser nehmen?
Währenddessen sind die Verletzten aus dem PKW befreit, aus dem Auto ebenfalls – da musste das Dach mit Spezialwerkzeug aufgebogen werden. Die Situation ist nach einer halben Stunde im Griff, auch, was das Wasser betrifft. „Erstes Problem an so einer Stelle ist, wo bekommen wir Löschwasser her“, sagt Amann. In diesem Fall reicht das Wasser aus den Löschfahrzeugen nicht aus. Es muss eine lange Schlauchstrecke zum nächsten Hydranten verlegt werden. Dieser ist 200 Meter weit entfernt. Wird mehr Wasser benötigt, ist sogar ein Pendelverkehr mit weiteren Löschfahrzeugen nötig.
Aufwändige Arbeiten waren zu erledigen, um das Übungsziel zu erreichen (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)Aufwändige Arbeiten waren zu erledigen, um das Übungsziel zu erreichen (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)
Insgesamt waren 80 Feuerwehrleute aus den Feuerwehren Abensberg, Arnhofen, Offenstetten, Holzharlanden, Pullach und Sandharlanden an der Übung beteiligt. Die Zusammenarbeit zwischen den Wehren und auch dem BRK lief eiwandfrei. Nach kurzer Zeit konnten bereits Verletzte gerettet werden und eine lange Schlauchleitung aufgebaut werden.

Ingo Knott – Stadt Abensberg – Bürgerinformationen – Tel. 09443/ 910 353