Nach 34 Jahren Wallys Seniorentreff wurde Frau Wally Günther im Juli im Rahmen einer kleinen Feier im katholischen Pfarrheim Abensberg für ihren Einsatz gedankt
v. l.; Pfarrer Georg Birner, Wally Günther und 1. Bürgermeister von Abensberg,  Dr. Uwe Brandl (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)v. l.; Pfarrer Georg Birner, Wally Günther und 1. Bürgermeister von Abensberg, Dr. Uwe Brandl (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)
Pfarrer Georg Birner und 1. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl zeigten sich beeindruckt von dieser jahrelangen Leistung zum Wohle der Stadtgesellschaft und überreichten ihr kleine Präsente.
Mit gutem Gewissen aufhören kann Wally Günther nur, „weil es in Abensberg an Angeboten für die ältere Generation nicht fehlt.“ Die Gründung ihres Seniorentreffs fällt zeitlich zusammen mit einer schweren Krankheit, die sie vor 35 Jahren erleiden musste. „Da habe ich schon die letzte Ölung erhalten“, erinnert sie sich. Ihre Freundin und Theaterkollegin Vroni Steiner sagt dazu: „Sie ist eine zache Person. Und der Herrgott hat wohl gemeint, dass wir sie hier noch brauchen“, lacht sie.“ Wally: „Ich habe nie geraucht und trinke keinen Alkohol.“
Stattdessen war und ist sie hochaktiv bei Kolping, erzählt von Wolldecken-Aktionen für Afrika, Briefmarken-Sammeln zum Verkauf, Theaterspielen und vielem mehr: „Eigentlich“, sagt sie bei der Abschiedsfeier verschmitzt, „müsste man mich ehrwürdige Kolpingmutter nennen“. Da kommt sofort die Theaterschauspielerin durch, nicht zu vergessen bis zuletzt die beliebten Auftritte mit „der Vroni“ Steiner bei den Abensberger Senioren-Veranstaltungen. „Den Theo Rapp von Kolping hat man schon für meinen Mann gehalten, und die Vroni für meine Zwillingsschwester“, lacht sie. Überhaupt, der Theo: „Der hat so viel für Kolping getan, und nicht mal seine Kilometer aufgeschrieben.“ Sie war (und ist) ja ähnlich: „Ich bin immer für Kolping da, aber mittwochs war ich im Pfarrheim.“
Sketch Bares für Rares mit Wally und Vroni, gespielt bei einer Faschingsfeier der Senioren (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)Sketch "Bares für Rares" mit Wally und Vroni, gespielt bei einer Faschingsfeier der Senioren (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)
Beim Seniorentreff mitgeholfen haben die Mesnerin Resi Bauer in ihrer aktiven Zeit, heute ist es Mesner Georg Zöllmann. „Er ist immer zur Stelle gewesen“, sagt sie dankbar. Drumherum natürlich einige fleißige Hände, aber sie musste schon immer schauen, dass es vorwärts geht. Und sich um die Leute kümmern: „Ich war Organisatorin, musste mich um den Kuchen kümmern, den Kaffee auch, habe den Seelentröster gegeben und den Psychologen.“ Denn sie wusste ja, wie es bei ihren Gästen daheim ausschaut – und hat deshalb bei vielerlei Problemen Hilfestellungen gegeben. Es gab Leute, die ihren Vierbeiner mitgebracht haben, mit der Zeit tat sich auch eine „Wally-Enkel-Gruppe“ auf, beim Seniorennachmittag, immer blieb sie flexibel und dachte zuerst an den Menschen, nicht an die Arbeit.
Jetzt wird es etwas ruhiger. Aber nicht zu ruhig, Frau Günther ist fit, mit Vroni will sie wohl weiter auftreten, vielleicht besucht sie auch mal eine Seniorenrunde, „dienstags im Bachhuber treffen sich einige“, weiß sie, „und der VdK hat auch Angebote.“ Ins BRK-Cafe möchte sie mal schauen, einiges mehr steht auf ihrer gedanklichen Liste. Und, natürlich: Kolping.
Frau Günther wurde am 25. Dezember 1932 im so genannten Resch-Haus, der heutigen Musikwerkstatt, geboren – genau da, wo heute der Schlagzeugraum ist. Ihre Tochter Renate ist Querflötenlehrerin – im Geburtshaus der Mutter.