International bekannter Surrealist Angerer der Ältere führt Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich durch seine aktuelle Ausstellung in Abensberg

Angerer der Ältere (2.v. links) einer der bekanntesten Surrealisten, führte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich durch seine aktuelle Sonderausstellung „Mut zur Schönheit“ im Herzogskasten in Abensberg. Museumsleiterin Veronika Leikauf (2. v. rechts) und Margit Angerer haben an der Sonderschau mitgewirkt. (Foto: Bezirk Niederbayern)Angerer der Ältere (2.v. links) einer der bekanntesten Surrealisten, führte Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich durch seine aktuelle Sonderausstellung „Mut zur Schönheit“ im Herzogskasten in Abensberg. Museumsleiterin Veronika Leikauf (2. v. rechts) und Margit Angerer haben an der Sonderschau mitgewirkt. (Foto: Bezirk Niederbayern)
Ein kleines Mädchen im weißen Nachthemd und mit flatterndem Blondschopf schaukelt über einem düsteren Abgrund. Schaurige Monster recken ihre Pranken danach und blecken ihre spitzen Zähne. Doch das Kind schwingt weiter hin und her, mit der Zuversicht von Kindern, dass alles gut werden wird. Und dahinter zieht tatsächlich schon die Morgenröte auf. Es ist der Traum eines Kindes, den Angerer der Ältere in Acryl auf Holz gebannt hat. Und auch Angerer selbst, der zu den bedeutendsten Künstlern der Gegenwart gehört, träumt vieles, was er später in Bildern verarbeitet. Einen Einblick in sein Schaffen gab Ludwig Angerer, so der bürgerliche Name des weit über Niederbayern hinaus berühmten Architekten, Malers, Bildhauers und Autors, nun Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und führte ihn durch seine aktuelle Ausstellung: Seine Sonderschau „Mut zur Schönheit“ ist noch bis 8. Mai im Herzogskasten in Abensberg zu sehen.
Dieser „Mut zur Schönheit“ ist dem Künstler, der in Bad Reichenhall geboren wurde und mittlerweile mit Ehefrau Margit in Biburg eine Heimat gefunden hat, wichtig. Nur schön allein sind allerdings die wenigsten seiner Werke, die er dem Bezirkstagspräsidenten bei einem ausführlichen Rundgang durch die von Museumsleiterin Veronika Leikauf konzipierte Ausstellung zeigte. Bei allem Staunen, das die filigrane Malweise, die enorme Farbkraft und die fast 3D-artigen Bilder auslösen, gilt es doch, auch die Botschaften zu verstehen, die Angerer der Ältere aussenden möchte.
Viele davon sind von bestechender Aktualität. Das Bundeskartenhaus, das wie ein aus Spielkarten gebautes Bundeskanzleramt aussieht, droht einzustürzen, denn von links blasen Engel dagegen und die ersten Karten fliegen schon davon. In einem anderen Werk steht eine Kirche auf einem Felsen. Sie ist hell erleuchtet, doch keiner kann hineingelangen, denn sie ist von schroffen Abgründen umgeben, während im Hintergrund eine ganz neue Stadt entsteht – eine ohne Gotteshaus. Und auf wieder einem anderen Bild hat der Teufel das rote Kardinalsgewand angezogen und herrscht in einer Welt, in der der Boden schon durchsichtig wird.
Religion und Politik, der Mensch im Kosmos – das sind Themen, die in den Bildern Angerers des Älteren immer wieder vorkommen, die im Stadtmuseum in Abensberg gezeigt werden. Die Besucher sind eingeladen, die Werke in Ruhe in sich aufzunehmen, denn es braucht oft den vierten oder fünften Blick, um alle Details zu erfassen und die Botschaft zu verstehen. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, der schon zuvor zweimal das Atelier Angerers des Älteren in Biburg besucht hat, zeigte sich erneut von der thematischen Bandbreite des international bekannten Surrealisten begeistert, aber auch von der künstlerischen Umsetzung. „Die Bilder haben eine beeindruckende Tiefe und Lebendigkeit“, sagte er bei seinem Besuch in der Ausstellung.
Mit vielen Gegenwartskünstlern ist Angerer der Ältere nicht d’accord. Deshalb spießt sein röhrender Hirsch, den der 83-Jährige überhaupt nicht als kitschig ansieht, auf seinem imposanten Geweih auch Werke von Picasso und Kandinsky auf. Der Maler, der das Wildtier erschaffen hat, hat es sich dagegen zur Aufgabe gemacht, der Kunst wieder Schönheit, Phantasie, Geheimnis und Mythos zurückzugeben. Deshalb nimmt der Architekt, der auch das Grab von Michael Ende erschaffen hat, den Betrachter mit auf eine phantastische Reise in mehrere Bildebenen, die nach und nach ihre Wirkung entfalten. Der Betrachter muss versuchen, Geheimnisse zu lösen, oder er nimmt das Werk einfach in seiner Ganzheit sich auf und lässt es auf sich wirken. Die mythischen Welten sind oft dreidimensional und sprühen vor Inspiration und Farbe.
Der Bezirkstagspräsident ließ sich ganz auf die phantastische Reise ein und erfuhr viel Hintergrund zu den vielschichtigen Kunstwerken, ergänzt durch einige Skulpturen. „Meine Einfälle kommen aus dem Unterbewussten, manches habe ich geträumt“, verriet ihm Angerer der Ältere. „Und ich praktiziere die klassische Malerei aus Überzeugung.“ Dr. Heinrich zeigte sich nach dem Ausstellungsbesuch, den Margit Angerer und Museumsleiterin Veronika Leikauf begleiteten, begeistert: „Hier ist eine großartige Ausstellung eines herausragenden Künstlers entstanden, der ein echter künstlerischer Botschafter weit über Niederbayern hinaus ist und mit seinem Schaffen erneut zu beeindrucken weiß.“
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