Die Firma Michael Glatt Maschinenbau GmbH besteht im Jahr 2019 seit 95 Jahren.
Dr. Uwe Brandl hat Martin Dreßen zum Firmenjubiläum gratuliert und sich über die Investitionen in Abensberg sehr gefreut. (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)Dr. Uwe Brandl hat Martin Dreßen zum Firmenjubiläum gratuliert und sich über die Investitionen in Abensberg sehr gefreut. (Foto: Ingo Knott/Stadt Abensberg)
Geschäftsführer Martin Dreßen, der Georg Hochreiter abgelöst hatte, blickt heute auf volle Auftragsbücher und einen stets größer werdenden Kundenstamm. Der auffallend junge CEO will in Abensberg für die Zukunft investieren: Ein Ausbildungszentrum soll entstehen, die Grundstücke neben dem Firmensitz in der Industriestraße sind bereits gesichert. Abensbergs 1. Bürgermeister Dr. Uwe Brandl hat sich begeistert über die Initiative gezeigt und die allerbesten Glückwünsche zum 95. Firmenbestehen der Stadt Abensberg überbracht.
Die Michael Glatt Maschinenbau GmbH in Abensberg gehört zu den Marktführern im Bereich der Fertigung von hochwertigen Druckbehältern und Apparaten. Insbesondere für die Weltmarktführer der Chemische Industrie, der Pharma- und Biotechnologie sowie der Silizium-Industrie konnte sich das Unternehmen als kompetenter Geschäftspartner etablieren.
Mit Dreßen, der 2017 ins Unternehmen kam, konnten die Fertigungsmöglichkeiten deutlich weiterentwickelt werden. Er sagt: „Der Ausbau unser eigener Kapazität sowie die Zusammenarbeit mit Partnerfirmen haben unsere Jahresleistung um 50 Prozent gesteigert.“Und die Möglichkeiten bedeutend erweitert: „In unserem Kerngeschäft – dem Behälter und Apparatebau – haben wir neue Produkt- und Geschäftsbereiche erschlossen und unsere Produktivität und Qualität nochmals verbessert.“ Und so sind es seit einiger Zeit nicht allein nationale und internationale Aufträge, die das Unternehmen erreichen sondern auch direkte Nachbarn – deutlich wurde dies der Öffentlichkeit, als im Juli 2019 ein 50 Meter langer und 145 Tonnen schwerer Behälter zu Lyondell Basell nach Münchsmünster transportiert wurde, gebaut von Glatt.
Woher kommt das? „Heute entwickeln wir mit dem Kunden das gewünschte Produkt“, sagt Dreßen. „Wir mussten uns an vielen Stellen spezialisieren.“ Das Ergebnis „Wir gelten jetzt als Problemlöser.“ Die großen Projekte der letzten zwei Jahre waren denn auch solche, die „wir vor zwei, drei Jahren noch gar nicht hätten machen können.“ Er hat einiges umgebaut, der Diplomingenieur, der sagt: „Vor 20 Jahren konnten wir die Größe. Heute können wir auch die Nische.“ Ein Projekt aus Italien mit einem Volumen über vier Millionen Euro ist da ein Paradebeispiel.

Oft muss man nur zuhören
„Wir haben 2018 als strategische Maßnahme mehr Personal eingestellt.“ Das Vertriebsvolumen hat sich seither, auch durch andere Arbeitsweisen, vervielfacht. 15 Leute wurden eingestellt, seit Dreßen nach Abensberg gekommen ist. Da waren fünf Ehemalige dabei, „das sind heute echte Zugpferde.“ Er will, dass sich die Belegschaft wohl fühlt – man feiert, geht gemeinsam wieder auf den Gillamoos, ehrt besondere Leistungen. Als ehemaliger IG Metall-Arbeitgeber hat er gelernt: „Oft muss man nur zuhören.“ Die Anschaffung der derzeit modernsten Plasma-Schneideanlage ist zwar wirtschaftlich, aber eben auch eine Entlastung für die Arbeiter.
Dreßen kann selbst anpacken – 1984 geboren, steht er heute an der Spitze eines Unternehmens, das durch seine Umgestaltungen nun auch wieder die internationale Zulassung erhalten hat. Er ist verheiratet und Vater dreier Buben.
Im Ausbildungszentrum sollen Anlagenmechaniker in den Fachrichtungen Schweißtechnik und Apparate- und Behälterbau ausgebildet werden, auch Technische Produktdesigner und Büromanagement sind angedacht. Gerade für den Grundkurs Metall müssen Azubis nach Schwandorf – „Das können wir den Betrieben hier auch anbieten.“ Auch die Schulen könnten das Ausbildungszentrum nutzen, so Dreßen.
Viel tut sich an der Industriestraße – Photovoltaikflächen sind geplant, der Anschluss an den „Naturstrom Abensberg“ ebenfalls. In vielen Details gab es ebenfalls Veränderungen: Es gibt Job-Fahrräder, Obstkörbe, die Einwegverpackungen der Essenslieferanten sind weg.
Die positiven Entwicklungen schlagen zu Buche: „Im Jahr 2019 konnten wir unsere Auftragseingänge im Vergleich zu 2017 um über 60 % steigern.“ Das wiederum ist wichtig für internationale Aufträge; die Michael Glatt Maschinenbau GmbH hat heute das „Triple A-Rating“, mit der die Bonität eines Unternehmens bezeichnet wird. Mehr geht nicht.

Ingo Knott
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