Sonntag, 04. Dezember 2022
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Aktuelle Nachrichten

Polizeiberichte Niederbayern

Elsendorf: Fahranfänger ohne Fahrerlaubnis

Fahren ohne Fahrerlaubnis Am 02.12.2022, gegen 16:15 Uhr, befuhr ein 16-jähriger Elsendorfer mit einem Unimog der Marke Bombardier die Abensstraße…
Polizei Niederbayern (Symbolfoto)
Polizeiberichte Regensburg

Diebstähle in Kleingartenanlage

REGENSBURG: Unbekannter verschafft sich Zutritt in eine Regensburger Kleingartenanlage und hat Kupferrinnen zum Ziel In den vergangenen Tagen…
Polizei Oberpfalz (Symbolfoto)
Polizeiberichte Regensburg

Hohe Anzahl an Alkoholverstößen

Regensburg: Im Zeitraum vom 01.12.2022 bis 02.12.2022 wurden im Bereich der Polizeiinspektion Regensburg Süd insgesamt acht Verstöße festgestellt,…
Plakat E Scooter (Foto/Grafik: Polizeiinspektion Regensburg Süd)
News

Bergung des Krans

Regensburg: Am Montag, 05.12.2022 beginnt nach aktuellem Planungsstand die Bergung des umgestürzten Krans in der Klenzestraße Im Zeitraum vom…
Polizei Oberpfalz (Symbolfoto)
Landkreis

Jeder Mensch ist gleich viel wert:

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung am Samstag An diesem Samstag (3. Dezember) findet der „Internationale Tag der Menschen mit…
Landkreislogo 50 Jahre (Grafik: Landratsamt Kelheim)
30 Nov, 2022

Fahrzeugteile entwendet

Aus einem Kfz - Betrieb im Stadtteil Haslbach entwendeten unbekannte Täter am 29.11.2022…
Polizei Oberpfalz (Symbolfoto)
29 Nov, 2022

Bayernpartei Bad Abbach

Am Donnerstag, 01. Dezember 2022, findet um 18:00 Uhr die Weihnachtsfeier der…
Logo Bayernpartei (Grafik: Bayernpartei)
Das Kaufverhalten der Konsumenten ist nicht mehr bestimmt vom Besuch von kleinen Einzelhandelsläden, sondern vom Besuch von Einkaufszentren, Discountern und Fachmarktzentren. Dazu ist zu bedenken, dass das Einkommen der Haushalte seit Mitte der achtziger Jahre effektiv nicht gestiegen, eher sogar gesunken ist. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten, besonders die Bereich Energiekosten und Miete (über 60% aller Haushalte in Deutschland sind Mieterhaushalte), sind jedoch zum Teil stark angestiegen. In Anbetracht dieser Situation muss der Durchschnittshaushalt die günstigste bzw. vermeintlich günstigste Einkaufsgelegenheit suchen. Andererseits sind die Lebensmittelmärkte und Discounter aufgrund des enormen Wettbewerbs- und damit auch Kostendrucks gezwungen, die Betriebskosten so niedrig wie möglich zu halten. Es trat damit eine Entwicklung ein, welche immer größere Verkaufsflächen erforderte, um die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zu erreichen bzw. zu halten. Eine Konzentration der Konsumentenströme auf zentrale Orte wie Einkaufszentren und Gewerbeflächen auf der sog. „grünen Wiese" war und ist damit unausweichlich und vorprogrammiert, damit die entsprechende Besucherfrequenz und somit Umsatzgröße bezogen auf den m² Verkaufsfläche erreicht wird.

Die gewachsene Struktur der meisten Orte erlaubt aber gerade in seinen Ortszentren aufgrund der vorhandenen Immobilien und der Verkehrssituation keine Ansiedlung von großflächigen Einzelhandelsflächen. Kleinere Gemeinden hatten dadurch bedingt einen Abfluss der Kaufkraft auf die Orte mit Einkaufszentren. Um die Einnahmen aus Gewerbesteuer und den Arbeitsplatzverlust zu kompensieren, blieb und bleibt den kleineren Gemeinden nichts anderes übrig, als selbst Grundstücksflächen für die Ansiedlung von großflächigeren Verkaufsflächen auszuweisen (jedem Ort seinen Aldi oder Lidl). Dies beschleunigt aber den Verlust an Konsumenten im Ortszentrum. Das hat zur Folge, dass sich das Gewerbe im allgemeinen aus den Ortszentren weg und hin zu den neuen Gewerbezentren verlagert. Für größere Städte wie Regensburg ist diese Entwicklung schon alleine wegen der größeren Einwohnerzahl leichter zu verarbeiten. Für kleine Städte ist diese Entwicklung aber fatal, da die entsprechenden Ersatzkonsumentenströme fehlen. Es stellt sich daher die Frage, wie kann die jetzige Situation der leeren Ortszentren verbessert werden?

Eine Umkehrung des Konsumentenverhaltens wird man aus den zuvor beschriebenen Fakten nicht erreichen können. Im Gegenteil, Wirtschaftskrise und die ungewisse Zukunft wird die zuvor beschriebene Entwicklung noch verstärken. Eine Verbesserung in einem kleineren Ortszentrum kann nur durch neue Konsumenten erreicht werden; d.h., die Vielfältigkeit der Konsumenten in einer Großstadt ist durch geeignete Maßnahmen für das Ortszentrum eines kleinen Ortes zu schaffen. Dies ist nur möglich, wenn Gewerbebranchen angesiedelt werden, die nicht durch Großverkaufsflächen geprägt sind. Wenn überhaupt in diesen Branchensegmenten, dann nur, wenn es sich um hoch spezialisierte Bereiche handelt, bei denen der Kunde einen höheren Preis und längere Anfahrtswege akzeptiert, d. h. von außerhalb kommt. Funktionieren kann diese Spezialisierung jedoch nur dann, wenn ein vergleichbarer Betrieb nicht wiederum in einer nahen Großstadt angesiedelt ist. Beispiel: Ein Hutgeschäft kann nur deswegen rentabel betrieben werden, weil die Großanbieter in diesem Teilsegment keine Auswahl haben und die entsprechende Angebotsvielfalt fehlt. Brautmodengeschäfte können sich nur deswegen gegen große Textilketten behaupten, weil wieder das vielfältige Angebot bei den Großen fehlt und der Preis für die Kaufentscheidung nicht der primäre Grund ist. Das bedeutet, die so spezialisierten Geschäfte erreichen ihre notwendigen Kundenzahlen durch ein höheres Einzugsgebiet und dem Fehlen vieler und/oder großer Anbieter. Hierzu örtliche Beispiele. Das Schuhhaus Wittal gleicht die fehlende Kundschaft in Bad Abbach aus, indem es einen weiteren Betrieb in einem Einkaufszentrum in einem anderen Ort mit höherer Kundenfrequenz installiert hat (folgt dem Konsumentenstrom und hat sein Einzugsgebiet erweitert).

Mode–Sport–Hartl kann sein Geschäft erfolgreich betreiben, weil es sich einen spezialisierten Kundenkreis mit einer hohen geographischen Reichweite erarbeitet hat (Sportvereine).

Die Metzgerei Krain ist in einem Shoppingcenter angesiedelt und betreibt weitere Filialen in einem Regensburger Einkaufszentrum und in der Umgebung. Der Betrieb ist damit dem Konsumentenstrom gefolgt und hat sein Einzugsgebiet vergrößert. Alteingesessene Metzgereibetriebe wurden verdrängt. Die Metzgereien Paintner, Maier und jetzt zuletzt Widemann haben ihren Betrieb eingestellt.

Optik Eichinger hat seinen Laden im Ortszentrum geschlossen und ist mit seinem Dienstleistungsbetrieb im Neuen Markt sowie (seit Jahrzehnten) in Regensburg vertreten. Im Gegenzug hat sich Optik Matt als großer Filialist im Optikerbereich im Shoppingcenter angesiedelt. Das beweist, dass das Kundenpotential vorhanden ist, aber eben nicht mehr im Ortszentrum.

Eine ähnliche Situation ist bei den Bäckereien gegeben. Im Ortszentrum sind zwei Bäckereien, im Neuen Markt ist eine Backstation, betrieben von Edeka, eine Backstation bei Norma von einem auswärtigen Filialisten sowie eine Bäckereifiliale einer Regensburger Großbäckerei im Shoppingcenter. Beide alteingesessenen Bäckereien im Ortszentrum beliefern aber auch die Backshops in den Einkaufszentren an der Peripherie. Damit erschließen sie sich einem größeren Kundenpotential.

Dem Trend zu großen Betriebsgrößen können nicht alle Kleinbetriebe folgen und werden dadurch letztendlich vom Markt verdrängt, da der Kundenkreis eine feste Größe darstellt und sich damit nur der Marktanteil verändern kann.

Eine Besonderheit hat diese Entwicklung in Bad Abbach lange Zeit verschleiert und ist erst später hervorgetreten, nämlich der Kurbetrieb. Der Verlust von Kaufkraft konnte lange durch den steten Besucherstrom von Kurgästen ausgeglichen werden. Erst als die Veränderungen im Gesundheitswesen zu wirken begannen und damit die Zahl der Kurgäste drastisch schwand, setzte die gleiche Entwicklung wie zuvor schon in anderen kleinen Gemeinden ein. Für Bad Abbach war aber der Wandel noch dramatischer, denn die Umsatzrückgänge waren schneller und umfassender. Nicht nur der Einzelhandel war von der Entwicklung betroffen, sondern auch die Gastronomie und die Beherbergungsbetriebe. Dies wirkte sich vor allem in den Betrieben für Lebensmittel, die Metzgereien und Bäckereien aus. Grundumsätze durch Beherbergungsbetriebe und Gastronomie fielen weg und der Ausgleich durch andere Kunden war nicht möglich. Der gleichzeitige Zuwachs der Bevölkerung durch Zuzug, bedingt durch die Neubaugebiete, konnte diese Entwicklung nicht ausgleichen, da die zugezogene Bevölkerung ihr altes Einkaufsverhalten beibehielt, d. h., die Orientierung lag bei den Einkaufszentren und Fachmarktzentren von ihrem alten Umfeld her. Zudem lag und liegt der Arbeitsplatz und auch teilweise der Lebensmittelpunkt nicht in Bad Abbach, sondern in Regensburg und/oder Umgebung. Einkäufe werden aber auch auf dem Weg von und zur Arbeit getätigt nach dem Motto: Man ist sowieso schon in der Stadt, also erledigt man die Einkäufe gleich hier bzw. auf den Weg nach Hause.

Die Situation des Ortskerns als Gewerbestandort ist somit fast aussichtslos. Will man diese Situation ändern, bringt es wenig, wenn man an den Symptomen, wie fehlende Kundenfrequenz und damit verbundenen fehlenden Umsätzen ansetzt, mögen sie auch noch so gut gemeint sein. Die Ursachen für die Symptome und damit der Grund für die schlechte Lage werden damit nicht beseitigt. Der Lösungsansatz muss vielmehr damit beginnen, Bad Abbach neu zu positionieren. Bad Abbach muss sich touristisch, wirtschaftlich und thematisch komplett neu aufstellen.

1. Tourismus

Nachdem der Kurgast per ärztlicher Verordnung kaum mehr vorhanden ist, ist es notwendig, adäquaten Ersatz zu erhalten. Es sind touristische Angebote zu entwickeln, bei denen nicht die „Kur" im Vordergrund steht. Spezielle Angebote für verschiedenste Zielgruppen sind von entscheidender Bedeutung. Dazu bedarf es einer vorherigen Definition von Zielgruppen. Das können z.B. Radfahrer, Wanderer sowie Vereine und Verbände jeglicher Art sein. Deutschland mit seinem ausgeprägtem Vereins- und Verbandswesen ist prädestiniert dafür. Angebote für Gruppenreisen mit ca. 20 Personen wären hier sehr passend. Bei größeren Gruppen ergibt sich das Problem der gemeinsamen Unterkunft.

Die Angebote sollten hierbei ein attraktives Rahmenprogramm beinhalten. Dazu lässt sich die Nähe zu Regensburg bestens verwenden. Die allgemeine Zielgruppe muss lauten: 50+. Wir leben in einer Gesellschaft, die zunehmend verrentet. Dies ist aber auch zugleich die Zielgruppe, welche finanziell gefestigt und am besten ausgestattet ist. Warum bietet man z.B. nicht anlässlich des Weihnachtsmarktes eine Woche Bad Abbach mit dem organisierten Besuch der Weihnachtsmärkte der Umgebung an. Regensburg mit allein 3 verschiedenen Weihnachtsmärkten und die Nähe zu Nürnberg und München bieten viele Möglichkeiten. Die Kaisertherme als fester Angebotsbestandteil kann das Ganze hervorragend abrunden.

Für Tagungen und Kongresse kann man standardisierte Angebote entwickeln, die den Veranstaltern eine organisatorische Entlastung anbieten. Auch hier sind wieder die Verbindung mit einem Rahmenprogramm und die Einbindung des touristischen Angebots von Regensburg sehr hilfreich. Die Vermarktung des neuen Angebotes muss die Möglichkeiten des Internets stringent ausschöpfen. Die Werbung per Printmedien ist dafür zu reduzieren. Prospekte sind inzwischen zu teuer geworden, um sie nur eben mal so unters Volk zu bringen. Eine Nachbearbeitung von bestehenden und neuen Kundenkontakten im Sinne eines modernen CRMs (Pflege der Kundenkontakte) ist zu installieren.

2. Bad Abbach als Naherholungsort

Kurpark, Kaisertherme und Inselbad: drei Ansatzpunkte für die Positionierung als Naherholungsort. In Zusammenarbeit mit den Vereinen von Bad Abbach müsste es doch möglich sein, durch permanente Veranstaltungen in Bad Abbach die Leute aus der näheren Umgebung (Umkreis von 25 km) nach Bad Abbach zu bringen. Jeweils ein halbtägiger Frühlings- und Herbstmarkt im Jahr reichen allein nicht aus. Vielleicht kann man dazu auch noch professionelle Marktbetreiber gewinnen. Pro Monat eine Veranstaltung würde dem Ortszentrum sehr gut tun. Ein „runder Tisch" mit Vereinen, Gruppierungen und Institutionen über diese Thematik ist dazu erforderlich. Die Bemühungen einiger Wenigen, die Belebung von Bad Abbach voranzutreiben, scheiterte.

Die Idee mit Veranstaltungen, wie einer Orchideenausstellung in Verbindung mit einem Handwerkswerk im Kurpark, die der örtliche Fremdenverkehrsverein erfolgreich einführte und die vom Obst- und Gartenbauverein aufgegriffen wurde, ist lobenswert, doch nicht ausreichend, um über das Jahr gesehen, Bad Abbach zu einem Ausflugsziel zu machen. Keramikmärkte, Korbmärkte, Autoshows, Honky Tonk (musikalische Darbietungen in verschiedenen Gaststätten und Cafés zum selben Zeitpunkt), Wettbewerbe für Nachwuchsbands und Nachwuchskünstler, Josefimarkt, Faschingstreiben, z. b. mit Samba-Gruppen oder Guggenmusiker, und vieles andere mehr, könnten im Ortszentrum installiert werden. Bestehende Veranstaltungen wie z.B. der Insellauf oder der Triathlon könnten umfassender einbezogen werden. Warum nicht mit Künstlern aus der näheren Umgebung permanente Ausstellungen mit wechselnden Themen und Kunstformen im Kurpark organisieren. Eine Zusammenarbeit mit der Asklepios-Klinik wäre diesbezüglich wünschenswert. Wichtig ist, dass Bad Abbach auch in der näheren und weiteren Umgebung als möglicher Ort für Wochenendaktivitäten wahrgenommen wird und sich langfristig etabliert. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass Vereine und Gruppierungen hier Hand in Hand zusammenarbeiten – nicht gegeneinander, wie es zurzeit praktiziert wird. Weiterhin ist Eigeninitiative gefragt und notwendig. Nur mit Vorschlägen, die dann an die Marktgemeinde delegiert werden, ist es nicht getan.

3. Bad Abbach als Gewerbestandort

Erweisen sich die unter Punkt 1 und 2 genannten Aktivitäten als erfolgreich, wird das Ortszentrum und auch Bad Abbach allgemein als Gewerbestandort interessanter. Mit den Immobilieneigentümern im Ortszentrum sollte daher ein Konzept zur Neuvermietung der leer stehenden Ladenflächen entwickelt werden. Im Vordergrund des Konzeptes sind Aspekte wie Zustand der Immobilie, Art der Vermietbarkeit und preisliche Entwicklungsmöglichkeiten zu bewerten. Die zu Verfügung stehenden gewerblichen Grundstücksflächen von Bad Abbach sind auf dem gemeindeeigenen Internetauftritt der Gemeinde darzustellen. Ebenso Fakten und Zahlen zur gewerblichen Situation und den Entwicklungsmöglichkeiten in Bad Abbach. Freistehende Gewerbeflächen sind über das Internet in den entsprechenden überregionalen Portalen vorzustellen. Die positiven Faktoren wie Verkehrslage, industrielles und gewerbliches Umfeld sowie die vorhandene Infrastruktur in Bereichen wie Bildung und Kultur sind hervorzuheben. Potentielle Investoren könnten sich so vorab ein Bild über die gewerblichen Möglichkeiten in Bad Abbach machen und ihr Interesse geweckt werden. Mittlerweile entscheidende Ansiedlungsfaktoren, wie z.B. Anbindung an das Breitbandnetz, sind gerade für vorhandene Gewerbegebiete zu verbessern (Beispiel: Lengfeld), da gerade Zukunftsbranchen auf diese angewiesen sind.

Abschließend noch eine Bitte. Verstehen Sie diesen Beitrag nicht als Kritik, sondern als Anregung zur Diskussion, wie man Bad Abbach in seiner wirtschaftlichen Entwicklung weiter bringen kann.

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